Samstag, 7. Februar 2015

Wunder

Ich lese unglaublich gern, aber mir fällt es oft schwer, mit einem Buch anzufangen, weil man immer ein paar Seiten braucht, um in ein Buch hineinzufinden. Letztes Wochenende habe ich mich aufraffen können und habe das Buch Wunder von Raquel J. Palacio gelesen. 

In dem Buch geht um August, einen zehnjährigen Jungen, der ein entstelltes Gesicht hat. Er wohnt mit seiner Schwester Via und seinen Eltern in New York. Seine Familie liebt ihn so wie ist und unterstützt ihn total. Früher wurde er Zuhause von seiner Mutter unterrichtet, weil er so viel operiert werden musste, aber jetzt soll er auf eine Junior High School in die 5. Klasse gehen. Nun hofft er Freunde zu finden, die ihn so nehmen wie er ist.

Es hat sich total gelohnt: Das Buch ist wunderwunderschön. Die Geschichte ist total berührend geschrieben, man kann total mit den einzelnen Personen mitfühlen. Ich habe wirklich schon lange kein so tolles Buch wie das hier gelesen! Das Buch ist aus verschiedenen Perspektiven geschrieben. Man kann dadurch alle Seiten ud Standpunkte nachvollziehen; das Buch ist dadurch auch spannend und facettenreich. Ich liebe es und kann es nur jedem weiterempfehlen!



Wenn ich lese, schreibe ich mir immer meine liebsten Zitate heraus, weil ich Zitate einfach genial finde. Sie bringen mich auf gute und neuartige Gedanken und können eine Art Ratgeber sein, wenn sie zur richtigen Zeit kommen. Außerdem mag ich es, Zitate in einem Glas oder auf Postkarten zu verschenken. Inzwischen habe ich ein beachtliches Repertoire an Zitaten gesammelt. Normalerweise kommen, wenn ich ein Buch lese, ca. 3 oder 4 Zitate zusammen, wenn überhaupt. Bei dem Buch Wunder von Raquel J. Palacio kamen mindestens 30 zusammen. Ich denke, das allein sagt schon über die Qualität des Buches aus.  Die schönsten Zitate seht ihr hier:


Die Dinge, die wir in unserem Leben tun, sind das Allerwichtigste. Sie sind wichtiger als das, was wir sagen oder wie wir aussehen. Die Dinge, die wir tun, sind wie Denkmäler, die Menschen bauen, um Helden zu ehren, nachdem sie gestorben sind. Sie sind wie die Pyramiden, die die Ägypter gebaut haben, um die Pharaonen zu ehren. Nur dass sie anstatt aus Steinen aus Erinnerungen bestehen, die andere Leute an einen haben.

  Es ist so merkwürdig, wenn jemand an einem Tag noch auf dieser Erde ist und am nächsten Tag nicht mehr. Wohin ist sie gegangen? Werde ich sie wirklich einmal wiedersehen, oder ist das nur ein Märchen?

Ich finde, es sollte eine Regel geben, dass jeder Mensch auf der Welt wenigstens einmal in seinem Leben Standing Ovations bekommen muss.

 Es ist doch verrückt, wie so was sein kann: Wie man die schlimmste Nacht seines Lebens durchmachen kann, und für alle anderen ist es nur eine ganz normale Nacht. Also auf meinem Kalender zu Hause werde ich mir diesen Tag als einen der schrecklichsten in meinem ganzen Leben eintragen. Zusammen mit dem Tag, an dem Daisy gestorben ist. Aber für den Rest war es nur ein ganz normaler Tag. Vielleicht sogar ein guter. Vielleicht hat heute jemand im Lotto gewonnen.

 Ich persönlich mag es, wie die Ärzte reden. Ich mag es, wie sich die Wissenschaft anhört. Ich mag es, wie Worte, die man nicht versteht, Dinge erklären, die man nicht verstehen kann. Hinter Begriffen wie „Keimbahnmosaik“, „Chromosomen-Translokation“ oder „verzögerte Mutation“ verbergen sich zahllose Menschen. Zahllose Babys, die niemals zur Welt kommen werden, so wie meine.

An einem Schneetag morgen aufzuwachen ist so ziemlich das Tollste auf der Welt für mich. Ich liebe dieses Gefühl, wenn man morgens zum ersten Mal die Augen aufmacht und erst mal gar nicht weiß, warum alles anders zu sein scheint als sonst. Dann geht dir ein Licht auf: Alles ist ruhig: Keine Autos hupen. Keine Busse kommen die Straße heruntergefahren. Dann rennst du zum Fenster, und draußen ist alles weiß: die Bürgersteige, die Bäume, die Autos auf der Straße, deine eigenen Fensterscheiben. Ich werde immer der Meinung sein, dass das das beste Gefühl auf der Welt ist. Und ich werde nie einer von diesen Erwachsenen sein, die einen Schirm benutzen, wenn es schneit – niemals.

Heißt das nicht, dass das Universum eine einzige, riesige Lotterie ist? Du kaufst dir ein Los, wenn du zur Welt kommst. Und dann ist es reiner Zufall, ob es ein gutes oder ein schlechtes Los ist. Es ist alles bloß Glück.
In meinem Kopf kreist alles darum, aber dann kommen andere versöhnlichere Gedanken und beruhigen mich wie eine kleine Terz in einem Durakkord. Nein, nein es ist nicht alles bloß Zufall. Wenn alles wirklich nur Zufall wäre, würde das Universum uns einfach komplett im Stich lassen. Und das tut das Universum nicht. Es kümmert sich um seine verletzlichsten Geschöpfe auf eine Art und Weise, die wir nicht wahrnehmen können. Wie Eltern, die dich bedingungslos vergöttern. Wie eine Schwester, die sich schuldig dafür fühlt, deinetwegen menschlich zu sein. Wie ein kleiner Junge mit einer rauen tiefen Stimme, dessen Freunde ihn deinetwegen verlassen haben. Und sogar wie ein Mädchen mit pinkfarbenen Haaren, das dein Bild in seinem Portemonnaie bei sich trägt. Vielleicht ist das Ganze eine große Lotterie, aber das Universum gleicht am Ende alles wieder aus. Das Universum kümmert sich um all seine Vögel.

Sie streckt die Hände aus und beschirmt damit einen Marienkäfer, der aus dem Nichts aufgetaucht ist. „Siehst du? Das heißt, wir haben Glück“, sagt sie und hebt langsam die obere Hand, um mir zu zeigen, wie der Marienkäfer über die Innenfläche ihrer anderen Hand spaziert. „Oder es heißt, wir haben einfach Frühling“, scherze ich. „Glück natürlich“, erwidert sie und beobachtet, wie der Marienkäfer über ihr Handgelenk krabbelt.

Um jemanden zu lieben, braucht man keine Augen, nicht wahr? Man fühlt es einfach im Inneren. So ist es im Himmel. Da gibt es nur Liebe, und niemand vergisst diejenigen, die er liebt.

Um zu ermessen, wie viel ihr gewachsen seid, muss man sich nicht die Zentimeter anschauen oder wie viele Runden ihr jetzt auf dem Sportplatz laufen könnt und nicht einmal euren Notendurchschnitt. Es ist das, was ihr mit eurer Zeit angefangen habt, wie ihr euch entschlossen habt, eure Tage zu verbringen, und wen ihr in diesem Jahr menschlich berührt habt. Die ist für mich die bedeutendste Maßeinheit des Erfolgs.

Wenn jede einzelne Person in diesem Raum es sich zur Regel machen würde, wo immer sie sich befindet, wann immer es möglich ist, zu versuchen, sich etwas freundlicher zu verhalten, als es notwendig ist – würde die Welt zu einem besseren Ort werden. Und wenn ihr das tut, wenn ihr euch etwas freundlicher verhaltet als notwendig, dann wird irgendjemand irgendwo irgendwann vielleicht in jedem Einzelnen von euch das Antlitz Gottes erkennen.

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